Katzen und Kater - viele Menschen in Deutschland, die von Hartz IV leben, können sich ihre Tiere aufgrund der Reformen der letzten Jahre nicht mehr leisten. Warum die Anzahl der Arbeitslosen wächst, die von vornherein keinen bzw. nie mehr einen Arbeitsplatz bekommen, ist angesichts eines Verhältnisses von 10 zu 1 zwischen den Arbeitsuchenden und den angebotenen Stellen überhaupt kein Rätsel. Die wachsende Diskrepanz zwischen dem vom Kapital geschaffenen Angebot an überflüssig gemachten Arbeitskräften und seiner Nachfrage nach ihnen ist allerdings nur der halbe Grund dafür, daß der Staat immer mehr Langzeitarbeitslose registriert. Er selbst hat mit der Verkürzung der Dauer, für die Arbeitslosengeld gezahlt wird, und mit der Verschärfung der Bedingungen, unter denen es gewährt wird, dafür gesorgt, daß die Einordnung in diese Rubrik beschleunigt erfolgt. Das rückt nun die für sie zuständige Arbeitslosenhilfe verstärkt ins Blickfeld der Reformer. Diesem aus Steuermitteln finanzierten Ableger der Arbeitslosenversicherung hat der Staat eine Zwischenstellung zwischen der Arbeitslosenversicherung und der Sozialfürsorge zugewiesen: Er zahlt nur – ähnlich wie die Fürsorge –, wenn der Antragsteller für seinen Unterhalt nicht mit seinem eigenen „Vermögen“ aufkommen kann; seine Zahlungen bemessen sich jedoch – ähnlich wie beim Arbeitslosengeld – grundsätzlich nach einem Prozentsatz von dem einmal verdienten Lohn; wobei ‚grundsätzlich‘ zu unterstreichen ist, weil sich die Arbeitslosenhilfe wesentlich dadurch auszeichnet, daß ihre Bemessungsgrundlage mit der Dauer der Arbeitslosigkeit kontinuierlich nach unten korrigiert wird. Mit dieser Ausnahme von der Regel, ausschließlich mit abgezweigten Lohnprozenten den Zwang zu organisieren, daß auch die Erwerbslosen vom Lohn leben müssen, hat der Staat bei der Einrichtung dieses Instituts in weiser Voraussicht dem Umstand Rechnung getragen, daß jede längerfristige Arbeitslosigkeit das Finanzierungsprinzip seiner Arbeitslosenversicherung von vornherein sprengen würde. Er hat sich diese Ausnahme allerdings unter einem funktionellen Gesichtspunkt genehmigt, der die Regel ausdrücklich bestätigt. Seine Arbeitslosenunterstützung handhabt er als Druckmittel, die auf sie Angewiesenen wieder der Lohnarbeit zuzuführen, indem er die Höhe ihrer Bezüge mit der Dauer ihrer Erwerbslosigkeit kürzt und damit den Zwang auf sie erhöht, Arbeitsangebote auch unter immer schlechteren Bedingungen für zumutbar zu befinden.